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Lehrveranstaltungen - eine Auswahl und Übersicht
Selbst - Ich - Identität. Psychoanalytische Theorie des Subjekts und der Persönlichkeitsstörungen In Fortführung der Veranstaltungen zur psychoanalytischen Subjektheorie wird eine Einführung in psychoanalytische Theorien der Persönlichkeitsentwicklung und
Persönlichkeitsstörungen gegeben. Inhaltlicher Schwerpunkt wird die Erarbeitung und Vermittlung verschiedener Modellvorstellungen zur Entstehung und zum psychodynamischen Verständnis der Selbst-,
Ich- und Identitätsbildung sein. Hierauf aufbauend werden psychoanalytische Aspekte der Persönlichkeitsstörungen herausgearbeitet.
Aktuelle Probleme der Selbst- und Identitätskonzepte sollen am Beispiel der sog. Multiplen Persönlichkeitsstörung rspkt. dissoziativen Identitätsstörung aufgezeigt und diskutiert werden.
Zur Veranschaulichung dienen Fallbeispiele aus der klinischen Praxis und ggf. Videodokumentationen.
Psychoanalyse des Sozialen? Voraussetzungen eines psychoanalytischen Anwendungsdiskurses Bezogen auf das Feld von Beratung und Behandlung sollen Fragen der Umsetzung
psychoanalytisch-tiefenpsychologischer Handlungskonzepte im klinisch-sozialpsychologischen Kontext erörtert und vertieft werden.
Das Seminar gibt einen Überblick über die Verschränkung individueller Psychogenese und Psychodynamik mit sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen. Für ein Verständnis
psychoanalytisch fundierter Sozialpsychologie ist ein Verständnis des Unbewussten als „transzendentale Kategorie“ zu entwickeln, das nicht nur die Dynamik der Affekte, sondern
auch Determinanten des Sozialen - Sprache, Regeln, Gesetze - berücksichtigt (Caruso, Lacan, Laplanche, Lorenzer, Žižek). Ergänzend sollen Auswirkungen
(post)struk-turalistischer Theoriebildung (Derrida, Lévi-Strauss) auf das Praxisverständnis skizziert und Verbindungen zu ethnopsychoanalytischen Modellen und Praxen (Devereux, Parin) aufgezeigt werden.
Neben dieser theoretischen Einführung will das Seminar für praktische - und ethische - Fragen von Hilfe versus Kontrolle, von Behandlung versus Zwang, von Respekt versus
Entmündigung, von Ausgrenzung versus Integration sensibilisieren und diese konflikthaften Polarisierungen auf ihre Bedeutung für psychoanalytisch fundiertes Arbeiten hin diskutieren.
„Wo sich die Tat zum Wort ermäßigt“
Supervision praktischer Tätigkeiten im Bereich psychosozialer Beratung Diese Superversionsgruppe ist für StudentInnen offen, die ohne Anbindung an ein vom
Fachbereich angebotenes Projekt bereits in der Praxis tätig sind. Für InteressentInnen besteht hier die Möglichkeit zur Fallsupervision.
Das Seminar versucht, Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Einerseits werden nach und nach Prinzipien und Formen von Supervision und Balintgruppenarbeit dargestellt.
Andererseits sollen im Rahmen einer kleinen Gruppe eigene Erfahrungen, Schwierigkeiten, (be)handlungstechnische Fragen und persönliche Anteile bei der Beratung und / oder Betreuung von KlientInnen bearbeitet werden.
Analyse der Psyche und Psychoanalyse
Grundbegriffe der psychoanalytischen Neurosenlehre „Komplex“, „Trauma“, „Über-Ich“, „Verdrängung“ usw. sind zu Schlagworten der
Umgangssprache geworden und prägen das allgemeine Bild von Psychoanalyse in der Öffentlichkeit. Was aber beinhaltet und bedeutet uns dieses Theoriedickicht denn nun
tatsächlich? Ist Psychoanalyse eine Psychologie? Eine Behandlungsform? Oder gar Erkenntnismethode? Wer hierüber Näheres erfahren will, hat dazu in diesem Seminar die Gelegenheit: Wir
werden aktuelle Modelle der modernen Psychoanalyse besprechen. Ausgehend von entwicklungspsychologischen Modellen können Leitlinien psychoanalytischer Theorie
hergeleitet und nachvollzogen werden. Anhand der Erfahrungen von Freud und Leid lassen sich Formen der Konfliktverarbeitung als Anwendungsbereich dieser Modelle psychischen
Funktionierens beispielhaft konkretisieren. Neben Fallbeilspielen sollen Filmausschnitte der Illustration dienen.
»Schizoanalyse« Psychoanalytische Psychosenlehre In Fortführung der Veranstaltungen zu psychoanalytischen Grundlagen wird eine Einführung
in die psychoanalytische Psychosenlehre gegeben. Inhaltlicher Schwerpunkt wird die Erarbeitung und Vermittlung verschiedener Modellvorstellungen zur Entstehung und zum psychodynamischen Verständnis
psychosenaher Reaktionen und psychotischer Prozesse sein. Zur Veranschaulichung sollen Fallbeispiele aus der klinischen Praxis und ggf. Videodokumentationen dienen.
Die Veranstaltung ist auch für NeueinsteigerInnen geeignet, da die wesentlichen Grundlagen psychoanalytischer Modellbildung einleitend vorgestellt werden.
Freud lesen ... (Vor)Lesungen zur Einführung in die Psychoanalyse
Das Lektüre-Seminar behandelt grundlegende Texte Sigmund Freuds. Beginnend mit seinen „Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse“ sollen ein Verständnis des
psychoanalytisch-wissenschaftlichen Beschreibens und Begründens und die Grundzüge der Psychoanalyse erarbeitet werden. Das Seminar lebt von der Aktivität der TeilnehmerInnen: Vorausgesetzt wird die
Bereitschaft zum Referieren eines Freud-Textes sowie zur gemeinsamen Reflektion und Diskussion.
Subjekt des Begehrens: Das psychoanalytische Subjektmodell bei Jacques Lacan
Das klassische psychoanalytische Paradigma Freuds hat durch den französischen Psychoanalytiker Jacques Lacan eine radikale „Revolution“ erfahren. In diesem Sinne wird
das Seminar den Auswirkungen dieser Ausarbeitungen Freuds nachgehen: Das Subjekt als Subjekt des Unbewußten und Sprachwesen («parlêtre») zugleich, sein Seinsmangel («manque à être»
), sein im Selbst-Erkennen («me connaître») enthaltenes Selbst-Verkennen («méconnaître»), sein fundamentales, aggressives Begehren, sein
Genießen als „Lust-in-Unlust“ sind Stichworte dieses Modells, das speziell die Intersubjektivität der Erfahrung betont und durch die Verschränkung der Dimensionen des
Symbolischen, des Imaginären und des Realen charakterisiert ist.Zugleich bietet das Seminar interdisziplinäre Querverbindungen zur Philosophie bei Kant,
Hegel und de Sade wie zu strukturalistischen Autoren (Althusser, Foucault, Barthes, Lévi-Strauss, Derrida).
Hand & PsycheAusgewählte Themen der psychoanalytischen Neurosenlehre. Entlang des Themenstrangs psychologischer Aspekte der Hand und Handlung erarbeitet
das Seminar theoretische Grundlagen der psychoanalytischen Subjektpsychologie und ihrer Randgebiete. Am Schwerpunktthema der Hand, ihrer phylo- und ontogenetischen
Eigenschaften, senso- und psychomotorischen Funktion, entwicklungspsychologischen Belange, alltagspraktischen Relevanz lassen sich charakteristische Aspekte der
psychologischen Bedeutung des Greifens und Begreifens, der Handlungssteuerung und -störungen verdeutlichen. Daneben sollen psychodynamische und entwicklungspsychologische Aspekte des
Verhältnisses zum eigenen Körper, des Zusammenhangs von Geste – Verhalten – Handlung, der Bedeutung und Auswirkung von Rechts-, Links- und Beidhändigkeit im
Kontext von -füßigkeit usw. behandelt sowie andere hand- und handlungsbezogene Phänomene diskutiert werden, die sich entlang verschiedener Themenstränge entwickeln
lassen, so z.B.: Schauen – Greifen – „Handling“, Handeln und Denken (Begreifen), Begreifen und Sprechen (Begriffsbildung), Geste – Gebärde – Sprache, Händigkeit und
Psychodynamik. Weitere Stichwörter sind Handeln (Eingriff) und Händel (Übergriffigkeit), Berührungsverbot – „hands-on-/hands-off-”Delikte – Foto-Hand-Test der Aggression,
Handlinie und Persönlichkeit (Chirologie), Handauflegen und Magie der Berührung. Das Thema in den Griff zu bekommen, so dass es Hand und Fuß hat, es jedoch gleichzeitig
auch spielerisch zu „handeln“, ist Ziel dieses – bedarfsweise durch „hand-outs“ wie durch Filmsequenzen und/oder Dias vervollständigten – Seminars.
„ich .. ich ... ich ...“ Narzissmus oder: Zum intersubjektiven Verständnis der Selbstbezogenheit Die Veranstaltung ist eine Einführung in psychoanalytische Narzissmus-Modelle. Ausgehend von der Entwicklungspsychologie des Selbst sollen unterschiedliche
Narzissmus-Konzepte der vier Psychologien der Psychoanalyse (Triebpsychologie, Ich-Psychologie, Selbst-Psychologie, Objektbeziehungstheorie) erarbeitet werden.
Thematisch kommen Freud, Andreas-Salomé, Ferenczi, Lacan, Balint, Hartmann, Mahler, Kohut, Kernberg, Mentzos u.a. zur Sprache.
Unter klinischen Aspekten werden die Dynamik narzisstischer Krisen und Charakteristika der narzisstischen Persönlichkeitsstörung behandelt sowie das Konzept des sog. „Narzisstischen Sozialisationstyps“ (Ziehe) erörtert.
Psychoanalyse der Aggression
Die Veranstaltung wird verschiedene Aspekte menschlichen Aggressionserlebens und -verhaltens (Aggression, Wut, Hass und Selbsthass, Destruktivität) diskutieren und vertiefend behandeln.
Fragestellungen sind bspw. Zusammenhänge von Aggression und Selbsterhaltung, von Aggression im Kontext von Dominanz und Unterwerfung, der Verinnerlichung von
Aggression und sozialer Anpassung, von narzisstischer Krise und Selbstaggression, von Destruktivität und Sadismus ... Als praktisch-theoretische Grundlage sollen psychoanalytische Modellvorstellungen zur
Aggression erarbeitet werden, d. h. es wird auf psychodynamische Theorien des Aggressionstriebs, der Spannungs- und Affektregulation, der Konfliktbewältigung und der Erlebnisverarbeitung Bezug genommen.
Täter – Tabus – Therapien Klinik und Psychodynamik sexueller Delinquenz Wir kennen Täter aus den Medien und reagieren in der Regel mit der immer gleichen Verständnislosigkeit und Empörung: „Wie kann man nur so etwas tun?!“
Wer sich mit dieser Frage wirklich auseinander setzen will, ist in diesem Seminar am richtigen Ort. Wir werden uns mit klinischen Phänomenen von Perversionen, schweren
Persönlichkeitsstörungen und sexueller Devianz als Straftat befassen. Als Verständnis- und Erklärungsraster dienen psychoanalytische Modelle der psychischen Entwicklung und des
psychischen Selbstmanagements, die zu Behandlungs- und Prognosefragen überleiten. – Anhand von Filmsequenzen und Fallbeispielen können unterschiedliche Tätertypen,
Deliktformen und Motivlagen vorgestellt und diese Menschen in ihrer individuellen Biographie konkret gemacht werden.
Verbrecher.Menschen. „Cool science for a hot topic“: Praktische Aspekte forensischer Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie
In Fortführung der Veranstaltung des WS 2000/01wird eine praxisbezogene Ein- und Weiterführung angeboten. Inhaltlich soll über die Erörterung spezifischer Tatabläufe,
subjektiver Tatmotivationen, individueller Erlebnisweisen und persönlicher Lebensgeschichten versucht, ein psychodynamisches und entwicklungspsychologisches
Verständnis des So-Seins der Täter, ihrer Problematik, ggf. ihrer Störung hergeleitet werden. Als theoretisches Bezugsmodell werden hierbei primär psychoanalytische Modelle
der Affektregulation, der Konfliktbewältigung und der Erlebnisverarbeitung verwendet. Hinzu sind die gesetzlichen Prämissen, institutionellen Voraussetzungen und
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen mit zu diskutieren. Der Zugang zu dieser subjektiven Täterseite soll konkret durch eine Rekonstruktion der jeweiligen
Lebensgeschichte erfolgen, insb. unter Einbeziehung von Fallbeispielen aus der Behandlungs- und Begutachtungspraxis sowie anhand von Filmmaterial.
Wahrnehmen und Erkennen: Selbsterfahrungsgruppe
In diesem Blockseminar können die TeilnehmerInnen durch ihre bewusste Teilhabe am interaktionellen Beziehungsgeschehen in der Gruppe ihre Fremd- und Selbstwahrnehmung vertiefen, denn:
„Ein Mensch nimmt guten Glaubens an, / er hab’ das Äußerste getan. / Doch leider Gott’s vergisst er nun, / auch noch das Innerste zu tun“ (Eugen Roth).
Das Seminar findet am Ende des Semesters statt. Genauer Termin und Einzelheiten können in der Sprechstunde erfragt werden. Anmeldungen persönlich in der Sprechstunde ab Semesterbeginn. |
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