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Psychologie & Gesellschaftskritik, 27. Jg. (2003) H. 1Barbara Kreilinger (2003) Die vier Schwestern als Überlebensstrategie.Die feministische und romantische Wissenschaft dienen als Grundlage für die Arbeit mit Frau S., die 21 Jahre ihres Lebens in psychiatrischen Anstalten verbracht hat. Über das
strukturierte Erzählen gelingt es ihr, sich selbst wieder in ihre Geschichte einzusetzen und sich dadurch in der Gegenwart neue Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen. Ein Teil
unserer gemeinsamen Arbeit ist der Existenz ihrer Schwestern, die als Stimmen in ihrem Ohr existieren, gewidmet. Im Laufe ihres Lebens entwickeln sich die Stimmen zu einer
zentralen Überlebensstrategie, die von anderen im psychiatrischen Sinne diagnostiziert werden müssen. Sie findet für sich einen Weg, ihre Schwestern nicht mehr pathologisieren
zu müssen, sondern als Bereicherung im Alltag erleben zu können. Gleichzeitig lernt sie, einer gelebten, lebendigen Beziehung den Vorzug gegenüber ihren fiktiven Bezugspersonen zu geben.
Daniel Sanin (2003) Identität im maximalen Kontext – Horkheimer und Adornos "Dialektik der Aufklärung"
Der Artikel verfolgt das Ziel, dem Konstrukt der 'Identität' bzw. ihrem Diskurs ansatzweise bis zu dessen Wurzeln nachzuspüren, um Kontinuitäten sichtbar zu machen und immanente
Problematiken, die sich durch keinen auch noch so 'progressiven' Identitätsansatz beseitigen lassen, aufzuzeigen. Gleichzeitig stellt er ein Plädoyer für die Rezeption der
"Dialektik der Aufklärung" von Horkheimer und Adorno dar, die – in der Meinung des Autors – nichts an Aktualität eingebüßt hat. Wolfgang Schmidbauer (2003) Ärztin am Gesundheitsamt.
Anstoß zu der Erzählung über die "Ärztin am Gesundheitsamt" war ein Bericht in einer
Balint-Gruppe; der "Fall" ist fiktiv, spiegelt aber ein bei Schlaganfallpatienten tatsächlich auftretendes Krankheitsbild, das mir geeignet schien, die Problematik der Sehnsucht nach
einer ganzheitlich-familiären Arbeit im psychosozialen Bereich zu illustrieren. Sie verdeutlicht sich besonders dort, wo die Hierarchien der "alten" und die Beziehungsmodelle
der "neuen" Helfer zusammenprallen; zu dieser Helfer-Typologie siehe auch Wolfgang Schmidbauer : „Helfen als Beruf“, Reinbek (Rowohlt) 1983f. Dan White & Gert Hellerich (2003) Die Postmoderne und der Wahnsinn. Die moderne Reduktion des Wahnsinns auf Krankheit. In diesem Artikel wird versucht, den Begriff des Wahnsinns, der durch die modernen
medizinischen/psychiatrischen Wissenschaften, Professionen und Institutionen auf Krankheit reduziert wurde, aufzubrechen und in der Verrücktheit andere als nur die von der Medizin
konstruierten pathologischen Möglichkeiten aufzuspüren. Zu diesem Zweck gehen wir insbesondere auf Nietzsche und Foucault ein, lassen aber auch andere Personen, die sich
für die Öffnung des Wahnsinns eingesetzt haben, nicht unberücksichtigt. Dem theoretischen Diskurs folgt eine Erörterung der psychosozialen Selbsthilfegruppe „Nachtschwärmer,“ die
sich dafür stark gemacht hat, in nicht-psychiatrischer Weise, die medizinische Variante des Wahnsinns, die Krankheit, in Klammern zu setzen und den Wahnsinn in seinen vielfältigen
schöpferischen Möglichkeiten ausleben zu lassen. Martin Wollschläger (2003) Ein richtiges Leben im falschen kann es nicht geben. Warum Reformen vieles verbessern, aber selten zu wirklich neuen Qualitäten
führen: Ein reflexiver Erfahrungsbericht. Der Autor versucht auf dem Hintergrund eines psychiatriezeitgeschichtlichen Exkurses,
Entwicklungslinien klinischer Psychologie im Anwendungsfeld Psychiatrie aufzuzeigen. Er tut dies als selbst in diese Entwicklung involviertes, professionelles Subjekt. In diesem
Zusammenhang diskutiert er akademische wie institutionelle Sozialisation von Psychologen ebenso wie Aspekte psychologischer Theorie- und Handlungsansätze im Unterschied zu
medizinisch-psychiatrischen. Der Beitrag findet seinen Abschluss in sechs zusammenfassenden Thesen. |
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