»Psychologien«
Call for Papers Psychologie & Gesellschaftskritik
wird sich in einer der nächsten Ausgaben mit den Inhalten, Entwicklungen, Politiken und Implikationen des eigenen Fachs befassen. Ein entsprechendes Heft planen wir unter dem Arbeitstitel »Psychologien« für 2004.
Für eine kritische Bestandsaufnahme wissenschaftlicher, populärwissenschaftlicher und sonstiger Psychologie(n) laden wir zur Einreichung relevanter Beiträge – oder zunächst auch nur Abstracts –
ein. Hierbei erscheint es uns sinnvoll, bspw. folgenden Fragen nachzugehen: Welche Veränderungen erfährt Psychologie im Zuge ihrer kundenorientierten Selbstvermarktung?
- Welches Image hat Psychologie?
- Welche Psychologien sind gerade populär und warum sind sie es?
- Führt das Diktat der Anwendungsorientierung zwangsläufig zu einer Interventionspsychologie? Welche Forderung leiten sich daraus für die psychologische Selbstreflexion in Aus-, Fort- und Weiterbildung ab?
- Wie lässt sich das Verhältnis von Psychologie und Psychotherapie bestimmen (siehe die Auseinandersetzung von klinischen Psychologen und psychologischen Psychotherapeuten)?
- Gibt es noch eine Debatte zwischen geisteswissenschaftlich versus naturwissenschaftlich orientierter Psychologie? Oder reduziert sich dies auf eine Konfrontation verhaltenspsychologischer versus
psychodynamischer Therapeutik? Hat also Bühlers Kritik der »Krise der Psychologie« von 1927 noch – oder wieder – Bedeutung?
- Worin besteht der Einfluss der Effizienz-, Effektivitäts- und Ökonomiedebatten, wie sie im Kontext der psychotherapiebezogenen Wirksamkeitsforschung geführt werden?
- Wie lassen sich interdisziplinäre Modellvorstellungen verwirklichen, ohne dabei in reduktionistisch verkürzende, in ihrer fusionierenden Praxis »schlechte« Psychologie zu verfallen?
- Wie kritisch (und wie politisch) ist Psychologie aktuell? Oder: Was ist zwischenzeitlich aus kritischer – und aus der Kritischen – Psychologie geworden?
Gerne nehmen wir auch Beiträge zu anderen Teilaspekten des Themenkreises entgegen. Die Zusendung von Exposés oder fertigen Manuskripten erbitten wir bis zum 20.10.2003 an folgende Redaktionsadresse
von Psychologie & Gesellschaftskritik: Dr. Tamara Musfeld, Technische Universität Berlin, Fakultät 1 / Sekretariat FR 4-3,
Franklinstraße 28/29, 10587 Berlin, tmusfeld@aol.com |