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Forensische Psychiatrie und Psychotherapie will interdisziplinäre Kontakte zwischen
Praxis, Forschung und Theorie fördern, dokumentieren und kommentieren. Die Herausgeber sind hierbei davon überzeugt, dass quantitative und qualitative Analysen als
gleichberechtigte, einander ergänzende Aspekte für ein Verständnis therapeutischen Arbeitens im forensischen Feld des Massregel- und Strafvollzugs darstellen. Hierbei wird
unter »Behandlung« nicht nur ein medizinisch-psychologisches Modell der Krankenbehandlung verstanden, sondern muss die Behandlung der Täter immer auch als
ein soziales Geschehen - und sozialpolitisches Ereignis - begriffen werden. Forensische Psychiatrie und Psychotherapie hat das Ziel einer interdisziplinären Theorie-Praxis-Verschränkung und gibt in ihrer Konzeption als »Werkstattschrift«
insbesondere auch Gelegenheit zur Veröffentlichung von Beiträgen mit experimentellem oder vorläufigem Charakter. In diesem Sinne stellt Forensische Psychiatrie und Psychotherapie
einerseits ein Forum für AutorInnen zur Verfügung, die sich einerseits der Anstrengung wissenschaftlich-empirischer Untersuchungen und (Meta-)Analysen
unterzogen haben und diese Ergebnisse interessierten KollegInnen mitteilen wollen. Andererseits bieten die Werkstattschriften Möglichkeiten für kasuistische Beiträge im
klassischen Sinn, ausdrücklich auch für die Darstellung von Behandlungsproblemen oder ungelösten - unlösbaren? - Konflikten zwischen Auftrag, Anspruch und Realität, zwischen PatientIn/KlientIn und TherapeutIn.Hierbei leistet Forensische Psychiatrie und Psychotherapie einen Beitrag zum wissenschaftlichen Austausch zwischen ambulanter, stationärer und universitärer Praxis und
Forschung. Als dreisprachige Schriftenreihe (deutsch-englisch-französisch) beabsichtigt sie die Intensivierung internationaler Diskurse zu Themenstellungen der forensischen Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie. Vom Selbstverständnis der Herausgeber her steht Forensische Psychiatrie und Psychotherapie für wissenschaftliche, therapeutische, gesellschaftspolitische und
stilistische Vielfalt. Die Orientierung der Zeitschrift ist ausdrücklich diskursorientiert, kritisch und »co-mentierend«, dabei institutionell ungebunden, jedoch prinzipiell einer
humanistischen Überzeugung verpflichtet. Als »Werkstattschrift« verfolgt die Zeitschrift das Ziel, zum Brückenschlag zwischen Natur- und Geisteswissenschaften wie zur
Weiterentwicklung »therapeutischer Kultur« beizutragen und zugleich zu »Ausflügen« in benachbarte Disziplinen der Kunst, Literatur usw. einzuladen.
Gerade weil Behandlung ein Beziehungsgeschehen, eine - vorwiegend sprachliche - Interaktion und Kommunikation ist, dabei sowohl symbolische als auch imaginäre Anteile
und bewusste wie unbewusste Aspekte hat, mithin »überdeterminiert« ist, lädt Forensische Psychiatrie und Psychotherapie ausdrücklich dazu ein, dieses
zwischenmenschliche Geschehen (be)schreibend nachzuvollziehen, narrative Rekonstruktionen zu versuchen. Insofern sind die Herausgeber am Produktions- und
Rezeptionsprozess gleichermassen interessiert: Der Austausch von Erfahrung, Erkenntnis und Meinung wird als Herausforderung zur wechselseitigen Anregung verstanden, zur
Reaktualisierung von (Be-)Handlungswissen wie zur Präzisierung therapeutischer Fragestellungen und Antworten. Mit diesem Dialog stellt Forensische Psychiatrie und Psychotherapie stellt eine
interdisziplinäre Plattform dar, mit der im Gegensatz zur »schubladenartigen« Aneinanderreihung wissenschaftlicher Einzelergebnisse der - immer unvollkommene -
Versuch eines integrierenden Gesamtentwurfs versucht werden soll. Hierbei sind sich die Herausgeber der Tatsache bewusst, dass weder ausgefeilte Theoriebildung noch
spezialisierte Methodenvielfalt eine definitive Problemlösung indivudueller wie gesellschaftlicher forensischer Probleme zu leisten in der Lage sind. Vielmehr tendiert jede
hochspezifisch angelegte Behandlungspraxis dazu, instrumentalisiert und insofern technologisch gegen sich selbst gewendet zu werden. Da auch in Sackgassen eine Wende möglich ist, will
Forensische Psychiatrie und Psychotherapie ausdrücklich einen Betrag leisten diese Kehre zu vollziehen, die - so scheint es - niemals abgeschlossen sein wird. Für interessierte AutorInnen wie LeserInnen:
Forensische Psychiatrie und Psychotherapie veröffentlicht Berichte und Ergebnisse von Symposien, Workshops und nationalen und internationalen Tagungen. Forensische Psychiatrie und Psychotherapie
lädt ein
- zur Lektüre von Vorträgen und Ergebnisberichten zu Fragestellungen der forensisch-psychiatrischen Praxis, Theorie und Forschung,
- zur Herstellung eines interdisziplinären Forums durch gleichberechtigte Einbeziehung der Disziplinen Psychiatrie, Psychologie, Psychoanalyse, Soziologie, Pädagogik,
Sozialarbeit, Kriminologie, Philosophie, Pflegeforschung u.a.,
- zum Wiederabdruck historischer Quellentexte sowie zur Erstübersetzung innovativer Materialien ausländischer Kolleginnen und Kollegen,
- zur unverbindlichen Einsendung von Beiträgen durch interessierte Kolleginnen und Kollegen des In- und Auslands.
Verlagsinfo:
http://www.pabst-publishers.de |
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